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PRESSE


Die unten wiedergegebenen Pressestimmen zeigen wir in ihrer Gesamtheit, mit Ausnahme dort, wo wir es anzeigen (...). Hier haben wir Kürzungen vorgenommen, da der Text sich nicht auf Vocalis bezieht, Teile des Programmheftes oder unsere eigenen Werbetexte abgedruckt wurden.

Trierischer Volksfreund
13. Sept 2016
Musik, die zum Himmel strebt
Ensemble "Vocalis Frankfurt" präsentiert Renaissancekompositionen

(Liebfrauenkirche, Trier)
  (Trier) Endlich einmal erweist ein Ensemble dem verkannten Heinrich Isaac die gebührende Reverenz. Freilich wollte sich auch das Ensemble "Vocalis Frankfurt" im Konzert des Mosel Musikfestivals nicht auf den reichen, schwierigen Stil des Renaissancekomponisten konzentrieren und belegte den zweiten Teil des Konzerts in Trier-Liebfrauen mit englischer Musik. Was für ein Zusammentreffen! Mitten in der frühgotischen Trierer Liebfrauenkirche entfaltet sich Vokalmusik der Renaissance. Es sind Kompositionen, die Jahrhunderte nach dem Kirchenbau geschrieben wurden. Und doch, es ist als gehörten sie zusammen, der hohe Zentralbau von St. Liebfrauen und diese Musik, die aufzustreben scheint. Das gut 20-köpfige Ensemble "Vocalis Frankfurt" hatte mit der "Missa de Apostolis" von Heinrich Isaac einen Komponisten ins Zentrum des Programms gestellt, der in der Konzertöffentlichkeit kaum präsent ist - zu Unrecht. Der Bonner Musikwissenschaftler Ludwig Weisgerber (1926-2012) hat beharrlich das umfangreiche Schaffen von Isaac (1450-1517) aufgearbeitet. Einen Durchbruch hat er nie erlebt. Jetzt erweist das Frankfurter Ensemble nicht nur Isaac Reverenz, sondern auch diesem Musikforscher die Ehre.
  "Vocalis Frankfurt" - der Titel ist Programm. Das Ensemble kommt ohne unterstützende Instrumente aus. Und es praktiziert nicht den oft spröden und gelegentlich manierierten Umgang von Spezialensembles mit Alter Musik, sondern singt sie als traditionelle Chormusik aus.
Das mag für manche veraltet sein. Aber Dirigent Robin Doveton und sein Chor geben der großen, sechsstimmigen "Missa de Apostolis" von Isaac A-cappella-Qualitäten mit, die ihre Bedeutung nicht verloren haben. Doveton hat das Stimmen-Potenzial seiner Sängerinnen und Sänger ausgereizt. Der Chor besticht mit Homogenität, guter Intonation und mit einem in sich ruhenden Gesamtklang. Hinzu kommen die sensibel ausgefeilte Dynamik und die Fähigkeit, der Musik Stimmungen mitzugeben - etwa das "Christe" im "Kyrie"-Satz anders zu färben als die eigentlichen "Kyrie"-Teile. Das sind beste Voraussetzungen für Isaac und seine differenzierte, teilweise fast doppelbödige Kunst. In der gewaltigen Sechsstimmigkeit der Apostel-Messe klingt Selbstbewusstsein des renommierten Komponisten mit. Und in der Tatsache, dass die Messe mit einem einstimmigen, gregorianischen Abschnitt beginnt und endet, manifestiert sich Demut gegenüber der kirchlichen Tradition.
  Ob Choral oder mehrstimmiger Satz, die Frankfurter beherrschen beides. Und legen über die abwechselnd ein- und mehrstimmigen Passagen dieser Messe einen weit ausgreifenden Spannungsbogen.
Wie schön wäre es gewesen, hätte man noch anderes von Isaac aufgeführt. Vielleicht wollte man die rund 300 Besucher nicht überfordern mit Isaacs gelegentlich verschlossenem, in sich gekehrten Stil. Wobei das kompositorische Niveau auch nach der "Missa" blieb: Ein wohlklingendes, doppelchöriges "Credo" von Nicolas Gombert (1495-1560) und dann, im zweiten Teil, englische Renaissance. Die steht dem Dur- und Moll-gewohnten Hörer näher als Isaac. Tallis, Byrd, Weelkes und Orlando Gibbons klingen anschaulicher, griffiger, moderner, ohne sich in Simplizität zu flüchten. Man spürt, hier sind die Frankfurter zu Hause. Sie singen die Feinheiten dieser Kompositionen aus, haben aber auch Kraft für große Klang-Entwicklungen. Der offene, helle Chorklang mit einem sehr präsenten Sopran ist zudem ideal für englische Renaissance.
  All das verbindet sich mit der Liebfrauen-Kirche zu einer Einheit. Englische Spätrenaissance in der Musik und französische Frühgotik im Bauwerk: Musik und Architektur, die zum Himmel streben.


Frankfurter Allgemeine Zeitung
Dez. 2014

Frankfurter Kammerchor Vocalis in der Katharinenkirche in Oppenheim

Die Chormusik aus England, die das Ensemble Vocalis Frankfurt präsentierte,
fand den passenden Raum in der Katharinenkirche. Foto: hbz/Michael Bahr

  OPPENHEIM - (red). Es ist eine lieb gewordene Tradition in der Katharinenkirche, die vorweihnachtliche Stimmung in vier Konzerten an den Adventssonntagen einzufangen.
  Nach dem Orgelkonzert von Katrin Bibiella am ersten Advent folgte nun am zweiten Adventssonntag ein Chorkonzert des Kammerchors Vocalis aus Frankfurt, der weihnachtliche Chormusik aus England präsentierte.
  Die Stücke begannen thematisch beim Sündenfall und endeten mit Weihnachten, führten vom 15. bis ins 20. Jahrhundert, spannten den Bogen von melancholischer Klage über den Kindermord in Bethlehem bis zum jubelnden Gotteslob im Magnificat, vom innigen deutschen Weihnachtslied bis zum tänzerisch anmutenden Dialog zwischen Maria und dem Erzengel Gabriel.
  Robin Doveton, der den Chor 1992 gegründet hat, hat mit nur zwanzig Sängern ein Ensemble geschaffen, bei dem die Qualität der solistischen Stimmen sich als ein harmonisches Ganzes in den Chorklang einfügt. Präzise Agogik, fein abgestimmte Dynamik, selbstverständliche Präzision und glockenhelle Klarheit kennzeichnen den Chor.
  Schwerpunkt des Abends waren fünf Stücke des elisabethanischen Komponisten William Byrd. Sie fanden in der Katharinenkirche einen angemessenen Raum und eine akustische Heimat.


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9. Dez. 2013
Vocalis Bad Kreuznach 2013
Vocalis Frankfurt gab zu Ehren der Ellerbachschule ein Benefizkonzert

Bad Kreuznach. Ein Benefizkonzert der besonderen Klasse organisierte die Ellerbachschule zu ihrem 40-jährigen Bestehen in der Kapelle der Pauluskirche, Die Profis des Kammerchors Vocalis Frankfurt präsentierten zur Adventszeit a capella Werke sakraler, überwiegend englischer Musik vom 16, Jahrhundert bis heute.
Mit ,,Gaudeamus omnes in domino" begann der 20-köpfige Chor mit einem Werk des katholischen Geistlichen, Komponisten und Organisten Peter Phillips (1561-1628), um dann zum Psalm 149 in einer Vertonung von Charles V. Stanford überzugehen...
Sichere Darbietungen in allen Tonlagen, authentischer glasklarer Klang sowie ein professionelles Arrangement prägten das Konzert. Chorleiter Robin Doveton, der am berühmten King's College in Cambridge sang und studierte, erklärte, dass die Werke zum Thomasfest dargeboten werden.
Das Konzert wurde mit einem traditionellen englischen Adventslied aus dem 18. Jahrhundert von Charles Wesley sowie zwei Stücken aus der Feder des aus Scarborough stammenden Komponisten Edward Woodall Naylor fortgesetzt.
Nach der Pause sang der Chor mit ,,Pastores loquebantur" eine Motette aus dem 16, Jahrhundert von Francisco Guerrero....  ksi

Frankfurter Neue Presse

31.05.2013
Vocali sBad Camberg 2013
„Vocalis“ ging konzentriert ans Werk. Foto: Jung

Musik als Tor zum Himmel
Von Anneke Jung
„Vocalis“ präsentierte in St. Peter und Paul feine, englische Chormusik

Das Frankfurter Vokalensemble „Vocalis“ hat sich den Werken der englischen Chortradition verschrieben. Unter der Leitung von Robin Doveton brachten die Sängerinnen und Sänger in der Camberger Kirche St. Peter und Paul überwiegend Renaissancewerke aber auch einige Kompositionen aus dem 19. und 20. Jahrhundert zu Gehör.

Bad Camberg. 
Das Programm stand unter dem Titel „The Gate of Heaven“ und beinhaltete Kompositionen aus dem Oster- und Pfingstfestkreis bis hin zu Trinitatis, die alle den Jubel über Auferstehung und Himmelfahrt sowie die Aussendung des Heiligen Geistes und den Lobpreis der Dreieinigkeit besangen. Typisch für die anglikanischen Kirchenmusik war ein Großteil der Werke doppelchörig angelegt und wurde von den Ensemblemitgliedern in der traditionellen Weise der anglikanischen Chöre ausgeführt. Zwei Chöre von jeweils etwa zehn Sängern und Sängerinnen standen sich rechts und links vom Altar gegenüber.
Transparent und leicht
Bei dieser Art der Aufführung ergab sich ein Klangbild, dass weniger die Trennung der Chöre in Vordergrund stellt. Man gewann eher den Eindruck eines Hin- und Herschwebens der Musik. Dass die Werke dabei trotzdem transparent und leicht blieben, lag an den herausragenden Fähigkeiten der Chormitglieder und ihres Dirigenten. Glockenklare Stimmen, pieksaubere Intonation und eine im guten Sinne unaufgeregte Musizierweise machten die Interpretationen zu einem Ohrenschmaus.
Interessant war auch, dass die Kompositionen beispielsweise eines William Byrd oder Peter Philips aus der Renaissance sich in der Anlage gar nicht so sehr von den Werken Charles Villiers Stanfords oder Charles Woods aus der Spätromantik unterschieden.
Natürlich arbeiten die beiden letzteren mehr mit den im 19. und 20. Jahrhundert üblichen melodischen und harmonischen Mitteln, aber die feinziselierte Polyphonie steht auch hier im Vordergund. Zu hören war das bereits bei den ersten beiden Werken „Ecce vicit leo“ von Philips und „Beati quorum via integra est“ von Stanford.
Bei etlichen Kompositionen wie „O clap your hands together“ von Orlando Gibbons, „Factus est repente“ von William Byrd oder „Loquebantur variis linguis“ äußerte sich die Glaubensfreude der Osterzeit in wunderbar leichtfüßigen, beschwingten und lebhaften musikalischen Wendungen, die der Chor mit der Leichtigkeit und Eleganz von Tänzern vermittelte.
Eine Spezialität in der englischen Kathedralmusik sind Stücke, bei denen nur die unteren drei Chorstimmen besetzt sind, wie Dirigent Robin Doveton erläuterte. Im Original sind das Countertöre, Tenöre und Bässe. Das dopplechörige „Great Lord of Lords“ von Charles Wood gehört in diesen Bereich. Bei „Vocalis“ ersetzten bis auf einen Ausnahme Altistinnen die Countertenöre. Auch wenn der Klang deutlich vom reinen Männerstimmenchor abweicht, konnte man einen guten Eindruck dieser Musik gewinnen.
Leider hatten nicht allzuviele Interessierte den Weg in die St.-Peter-und-Paul-Kirche gefunden. Die anwesenden Zuhörer waren aber durchweg begeistert, was am lang anhaltenden Schlussbeifall unschwer zu erkennen war. Schade, dass der Chor auf einen Zugabe verzichtete.


24.06.2013 – WORMS

Vocalis Worms 2003
Domkonzert: Chor Vocalis beeindruckt mit Renaissance-Werken

Schon Augustinus sagte: „Doppelt betet, wer gut singt!“, und auch Luther war der Meinung: „So sie’s nicht singen, glauben sie’s nicht.“ Kein Wunder also, dass Gesangsbücher seit dem Beginn der Neuzeit wichtige Begleiter der Christen waren – kein Wunder ebenso, dass der Chor Vocalis unter der Leitung von Robin Doveton es sich zur Aufgabe gemacht hat, die schönsten Chorkompositionen zu sammeln, zu modifizieren und in eigener Interpretation bei europaweiten Konzerten zu präsentieren. Am Samstag gastierten die Sänger so im Dom.

Auch neuzeitliche Stücke

Unter dem Motto „The King of Glory“ stand das Domkonzert ganz im Zeichen bekannter Renaissance-Werken: Messen, Motette und Madrigale sowie selbst neuzeitliche Kompositionen englischer Komponisten hielten Einzug ins Programm. So gab Vocalis beispielsweise „Zodak The Priest“ von Georg Friedrich Händel zum Besten, das die Geschichte von Nathan dem Propheten und König Salomon behandelt. Von Maurice Grenne sang der Chor „Lord, Let Me Know Mine End“ und Jonathan Battishills „O Lord, Look Down From Heaven“, das sich mit Isaiah 63.15 auseinandersetzt. Immer wieder wurden so Bibelstellen zitiert und vertont. Werke mit Vorsänger und Antwortchor wechselten sich mit spirituellen Liedern ab.

Die Sopranstimme übernahmen dabei Bettina Berg, Julia Bock, Petra Doveton, Maria Heil-Rassow, Claudia Meurer und Naomi Sladdin, doch auch Alt, Tenor und Bariton/Bass war mit zahlreichen Sängern stimmlich höchst präsent vertreten. Begleitet wurde Vocalis von Dan Zerfaß an der Kirchenorgel.

Leiter Robin Doveton zeigte sich mit der musikalischen Leitung seiner Schützlinge höchst zufrieden. Der erfahrene Chorleiter hatte Musikwissenschaft an der Universität in Cambridge studiert, sich dort auf Komposition spezialisiert und sogar ein Stipendium für den berühmten Chor des King’s College erhalten, wo er unter dem berühmten Chorleiter Sir David Willcocks sang. 1991 gründete der dann Vocalis, der als Kammerchor nur ausgewählte Sänger in seine Reihen aufnimmt.

Auf die Fahne hat sich Doveton dabei geschrieben, das Beste der englischen Chortradition seiner Zuhörerschaft nahe zu bringen und bekannten wie unbekannten Komponisten durch Konzerte zu gedenken.

Der Dom war beim Konzert für englische Chor- und Orgelmusik rege besucht. Andächtig lauschte das Publikum der engelsgleichen Darbietung, die so schön nachhallte.


Taunuszeitung/Neue Presse 16.10.02
:




Westerwälder Zeitung 1.12.98

Jubelnde Frölhichkeit und stille Andacht
Frankfurter Kammerchor "Vocalis" brachte in der Basilika den Advent zum Klingen — ... "Vocalis", der Frankfurter Kammerchor unter der Leitung von Robin Doveton, schloß die Konzertreihe des Marienstätter Musikkreises und überbrachte seinem Publikum jene andächtige Stimmung, die die Adventszeit so behaglich macht.
Von Nicole Leonhardt
MARIENSTATT. Nie sind die Menschen so offen für festliche Besinnung wie am Ende eines Jahres. Markus Melchiori aus Westerburg tat ein Gleiches mit seinem beeindruckenden Interludium an der Orgel. Introvertierte Freude wie expressive Fröhlichkeit beherrschen die Weihnachtszeit. Just diese Stimmungen in Musik festzuhalten, ist das Bestreben vieler Komponisten unterschiedlicher Nationen, die "Vocalis" für dieses Konzert sorgsam auswählte.
   Den Schwerpunkt legt der Kammerchor auf Kompositionen der Renaissance: zu Beginn das achtstimmige "Magnificat quarti toni" von Sebastian de Heredia, das besonders durch den komplizierten Rhythmuswechsel hervorsticht, und – dominiert von südländischer Vitalität – das Stück "¡Hombres, victoria!" von Francisco Guerrero.
   Im starken Kontrast zu dieser "feurigen" Freude scheint "Quid petis, o fili?" von Pygott geradezu andächtig, ruhig und bestimmt durch subtile kompositorische Nuancen. Die wechselnden Charaktere der Stücke sind auf der Ebene der Intonation ein Leichtes für den Chor, einzig die Verständlichkeit des Textes verschwindet im Schatten der Musikalität, die dank der ausgezeichneten Akustik des alten Kirchengemäuers alle Publikumsohren erreicht. An der Orgel...
   Beinahe zahm wirken dagegen die Chor-Arrangements von Robin Doveton: "We three kings of Orient are" unisono, ein Lullaby von 1600, nicht einschläfernd, aber besänftigend, und - beinahe zum Mitsummen – die beiden letzten Stücke "In dulci jubilo" sowie "Les anges".
Mit einer poppigen Swing Version des Klassikers "Jingle bells" schließen die Frankfurter ihr Programm. Sie haben sämtliche Facetten des weihnachtlichen Zaubers singbar gemacht und so manchen Ohrwurm geweckt, der sicher in den kommenden Wochen unser Weggefährte sein wird.


Frankfurter Rundschau 18.12.97

Ein einheitlicher, transparenter Wohlklang

"Vocalis” und der Internationale Oberurseler Kinderchor gastierten in der Dreikönigskirche
Von Volker Schmidt

SACHSENHAUSEN. Zwischen all den Adventssingen, -andachten und -konzerten mit mehr oder minder begabten Musikanten, Vortragenden und Programmen blitzte in der Sachsenhäuser Dreikönigskirche ein Juwel vorweihnachtlicher Stimmung: "A Festival of 9 Lessons & Carols", eine sprachlich und musikalisch vielfarbige Angelegenheit mit dem Chor "Vocalis", dem "Internationalen Oberurseler Kinderchor" und dem Organisten Terence Charlston.
   Die Originalfassung des "Festes der neun Lesungen und Weihnachtslieder" wird alljahrlich am Heiligabend im King’s College in Cambridge als Gottesdienst gefeiert. Die neun Lesungen erzählen die biblische Geschichte der Menschheit vom Sündenfall bis zur Geburt des Erlösers und erfolgen in sechs verschiedenen Sprachen —  in der Dreikonigskirche neben Englisch (einmal in der britischen, einmal in der amerikanischen Variante), Deutsch, Französisch und Altgriechisch auch Holländisch und Philippinisch. Die Liturgie, die vor etwa 70 Jahren vom Dekan des Colleges geschrieben wurde, ist durch Rundfunkubertragungen aller Welt bekannt.
Festliche Stimmung
   Auch "Vocalis" und der Kinderchor legten Wert auf Gottesdienst Atmosphäre, wenn der Abend auch ohne Priester auskam: einige der Weihnachtslieder sollten von den Zuhörem mitgesungen werden, die das auch, ungeachtet der Korrektheit ihrer deutschen, englischen oder lateinischen Aussprache, taten und sich dazu brav von den Bänken erhoben. Die festliche Stimmung angelsächsischer Prägung wurde spürbar — freudiger als das kontinentale Weihnachtsfest, dramatischer und von selbstverständlicher Alltagsfrömmigkeit erfüllt.
   Zur beeindruckenden Atmosphäre, die vom gotischen Stil der Dreikönigskirche noch unterstrichen wurde, trug auch die hohe musikalische Qualität der Vortragenden bei: Das Ensemble "Vocalis", ein Kammerchor mit ausgesuchten, solistisch geschulten Stimmen, hat sich seit seiner Gründung durch den Leiter Robin Doveton im Jahre 1991 zu einer Konstanten vor allem in der authentischen Aufführung von Renaissance und Frühbarockmusik entwickelt. Musik aus dem 16. und 17. Jahrhundert, von Doveton oder seinem Lehrer David Willcocks arrangierte Weihnachtslieder sowie "A Hymn of Nativity" vom zeitgenössischen Komponisten Kenneth Leighton gehörten zur Auswahl für das "Festival"...
   Mit einem gesungenen "Blessing", dem Schlußsegen, beendeten "Vocalis" und Kinderchor das Konzert und entließen ihr Publikum in die verbleibende Vorweihnachtszeit. Dieses Publikum war übrigens genauso international wie die ganze Veranstaltung: In vielerlei Zungen tönten die Gespräche zwischen den Kirchenbänken und beim Auszug aus der Dreikönigskirche. Das Konzert wurde unterstützt vom "American Women’s Club of the Taunus".


Frankfurter Allgemeine Zeitung 11.11.96

Swingende Beweglichkeit

Chor-Benefizkonzert im Funkhaus am Dornbusch
 
   ...Die Kultiviertheit englischer Chortradition vertrat das Frankfurter Vocalis Ensemble, dessen Leiter Robin Doveton früher Sänger im Chor des King’s College in Cambridge war. Die Werke von William Byrd bis Ralph Vaughan Williams und zwei von Doveton bearbeitete Volkslieder zeigten klare Stimmführung und Homogenität... SIEGLINDE CHWASTEK


Main Spitze RHEIN MAIN PRESSE 23.6.93

"Amen" wie eine Perle

Chor "Vocalis” gastierte in Flörsheims Galluskirche
Von unserer Mitarbeiterin
GERTRUD NOTH-GREIS
 
Vokalmusik, formvollendet und perfekt arrangiert zelebrierte am Sonntagnachmittag der international besetzte Frankfurter Chor "Vocalis" unter der Leitung seines Gründers Robin Doveton. Sechs Jahrhunderte a-capella-Chormusik ließen die Musiker nicht im geringsten alt aussehen, im Gegenteil: Die Freude am Gesang durchdrang die gesamte Darbietung, überzeugte die Besucher in der Flörsheimer Galluskirche, ein Konzert von allerhöchster Qualität gehört zu haben. Die einmalige Akustik der Barockkirche trüg ein übriges dazu bei, daß die Chorwerke aus längst vergangenen Zeiten lebendig wurden, daß faszinierende Bilder einer kompositorisch einmaligen Schaffenskraft gemalt wurden.
   Die nicht alltägliche Vorstellung von "Vocalis" war gespickt mit Höhepunkten and Glanzlichtern der geistlichen und weltlichen Chormusik. Zu keinem Zeitpunkt des Konzertes ließen die Musiker den Hauch eines Zweifels aufkommen, auch nur einen Ton daneben zu singen, oder nur einen Takt den Einsatz zu verpassen. Die ausgezeichnete Harmonie spiegelte sich wieder im nahezu blinden Verständnis der einzelnen Tonlagen, in der Sicherheit der Darbietungen sowie in der glänzenden Ausgewogenheit.
   "Sumer is icumen in" — dem berühmten englischen Rota entnommen — lautete das Motto des Konzerts, in dem neben Motetten zur Oster- and Pfingstzeit, auch Madrigale des 16. und 17. Jahrhunderts interpretiert wurden.
Den kunstvoll gestalteten Motetten der geistlichen Kompositionen war der erste Teil gewidmet. Durchzogen von der österlichen Freude förderte der Chor ein enormes Stimmvolumen zutage. In der feierlichen Pfingsthymne Guillaume Dufays "Veni Sancte Spiritus” glänzten die klaren Stimmen in ihren Dialogen ebenso wie in Christopher Tyes "Omnes gentes, plaudite". Dieser großartig arrangierte Choral bestach in seinen ausformulierten Duetten. Natürlich durfte auch eine Komposition Orlando di Lassos nicht fehlen: "Christus resurgens" beschrieb den Ostermorgen: zunächst getragen zurückhaltend, dann die Freude über die Auferstehung vermittelnd.
   Den Abschluß des sakralen Themas bildete das sechsstimmige, "Carmen Paschale", einem Werk des zeitgenössischen britischen Komponisten William Mathias (1934-1992). In perfekt arrangierten Crescendi wächst das österliche Geschehen zu einem jubelnden Halleluja; wie Perlen tropfte das "Amen" in das Kirchenschiff.
   Die Reise durch die Tonmalereieri der Madrigale begann mit einer anonymen Komposition aus dem 13. Jahrhundert. Der Kanon "Sumer is icumen in" demonstrierte in klarer Stimmenführung Fröhlichkeit und Unbeschwertheit.
   Die starken und vielschichtigen Ausdrucksformen der Madrigale wurden exzellent dargestellt an Werken englischer, niederländischer und italienischer Komponisten. Die zehnstimmige Ballade "Sir Patrick Spens" von Robert Pearsall (1795-1856) stellte in beeindruckender Weise das Potential der 19 Chormitglieder unter Beweis. Gelungen und frech die Zugabe: Adriano Banchieris "Contrapunto Bestiale alla Mente", die "Vocalis” in das Reich der Tiere versetzte.


Frankfurter Allgemeine Zeitung 25.3.93

Klanglich transparent
"Vocalis" im Kaiserdom

   Sängerische Homogenität reduziert sich bei Vokalensembles mitunter auf lediglich gestalterisches Gleichmaß. Chöre, deren kunstlerischer Zusammenhalt sich in klanglich und charakterlich zueinander passenden Stimmen dokumentiert, sind nicht gerade im Übermaß anzutreffen. Ein Beispiel gehobener Gesangskultur konnte man kürzlich beim Auftntt von "Vocalis" unter der Leitung von Robin Doveton nachhaltig erleben. Auf einer ansprechenden ästhetischen Grundlage zelebrierte das Ensemble im Kaiserdom St. Bartholomäus mit englischer Chormusik des 16. bis 20. Jahrhunderts beeindruckende Beispiele sensibler Musiziertugenden.
   In klanglich transparenter Kammerbesetzung angetreten, imponierten die Akteure nämlich durch sprachlich beispiellose Präzision, eine hinreißend synchrone, klare Linienführung in allen Registern sowie eine verblüffend reich schattierte Dynamik, die auch durch Stimmenaddition und -wegnahme erzeugt wurde. Darüber hinaus forderte Robin Doveton von seinen Sängern, stilverbunden und reflektiert zu musizieren.
   Ein Anspruch, dem das Ensemble in beeindruckender Manier nachkam und die Werke der englischen Meister durchweg authentisch, dem damaligen Geschmack entsprechend präsentierte. Exemplarisch sei die Gestaltung der Periodenschlüsse genannt. Diese wurden in Henry Purcells "Lord, how long wilt thou be angry?" ausgehend von den Einzelstimmen intoniert. Im romantischen "Eternal Father" von Charles Villiers Stanford dominierte dann die gesamtklangliche, harmonische Sichtweise.
   Robin Doveton hat ein Ensemble geformt, das Qualität und verinnerlichtes Selbstverständnis widerspiegelt, was Strawinsky einmal über die Interpretation sagte: "Ein Weniger an übertriebener Klangfülle ist ein Mehr an vollkommenem, authentischem Klang. Und um den muß sich jeder Ausführende bemühen.” ROLAND NEUBERT